Anmoderation:
Am 28. Oktober 1914 wurde ein bekannter Mediziner geboren: Jonas Edward Salk. Er war es, der das Poliovirus entdeckte, das Kinderlähmung verursacht und auch gleich den Impfstoff dagegen fand. Zu Ehren Dr. Salks findet jedes Jahr am 28. Oktober der Weltpoliotag statt.
Mit der tückischen Krankheit Poliomyelitis hat sich Daniel Tanner anlässlich des heutigen/morgigen Welttages gegen Kinderlähmung (Dienstag, 28. Oktober 2003) beschäftigt.
Akzent:
Straßenumfrage: "Gegen Masern, Röteln und Mumps - oh, da weiß ich gar nicht Bescheid - gegen Wundstarrkrampf, glaube ich - gegen Diphtherie."
Dran:
Was fällt Ihnen beim Thema ?Impfen' ein? Die meisten von uns denken automatisch an Kinderkrankheiten. Nur bedingt richtig, denn viele dieser Krankheiten kann man selbst als Erwachsener noch bekommen, wenn der Impfschutz aus Kindertagen nicht ausreicht. Auch gegen Kinderlähmung muss nachgeimpft werden.
Christine Richter vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen zum hiesigen Stand der Dinge:
O-Ton 1:
"Was das Impfen angeht, haben wir hierzulande immer noch Nachholbedarf, so unsere aktuelle BKK-Impfumfrage. Nur acht von zehn Kindern sind überhaupt gegen Kinderlähmung geimpft. Später sieht es dann noch schlimmer aus: Viele Erwachsene vergessen schlicht, dass man alle zehn Jahre auffrischen muss. Vor allem die osteuropäischen Länder gelten offiziell noch nicht als poliofrei."
Polio wurde zwar vor allem durch die Impfoffensive seit Anfang der 60er Jahre zurückgedrängt. Aber das Virus sei noch nicht ausgerottet, warnen Experten.
Kinderlähmung ist eine akute fieberhafte Virusinfektion. Dabei kann es zu bleibenden Lähmungen verschiedener Körperteile kommen. Verläuft die Erkrankung leicht, verwechselt man sie oft mit einer Grippe. Spätfolgen können sogar noch 30 bis 40 Jahre nach einer Infektion auftreten. Um zu verhindern, dass das Virus erneut einwandert und um auf Reisen geschützt zu sein, sollte man auf jeden Fall seinen Impfschutz prüfen und länger zurückliegende Impfserien ergänzen.