JobFit

Ziel:

Verbesserung der Gesundheit und damit der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitsuchenden durch die Verknüpfung von Leistungen der Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger mit gesundheitsfördernden Angeboten.

Projektbeschreibung:

Arbeitslosigkeit wirkt sich negativ auf den Gesundheitszustand aus. Existenzielle Sorge, fehlende Anerkennung und Alltagsstrukturierung beeinflussen die psychische und körperliche Stabilität. Die gesundheitliche Belastung wiederum verringert ihre Beschäftigungsfähigkeit. Um diesem Kreislauf entgegenzuwirken, werden gesundheitsfördernde Elemente in Maßnahmen für Arbeitslose implementiert. In den Einzel- und Gruppenangeboten wird die besondere Lebenssituation von Arbeitslosigkeit Betroffener berücksichtigt. Die Evaluation der Modellphasen JobFit Regional (s. Bellwinkel: JobFit Regional. Ein Modellprojekt zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitslosen durch Gesundheitsförderung, Bremerhaven 2007) und JobFit NRW (s. Bellwinkel: JobFit NRW. Ein Modellprojekt zur Implementierung gesundheitsfördernder Maßnahmen in die Regelstrukturen der Arbeitsmarktpolitik unter Beteiligung der GKV, Bremerhaven 2009) hat gezeigt, dass der Gesundheitszustand der teilnehmenden Arbeitslosen und damit auch ihre Beschäftigungsfähigkeit signifikant verbessert werden konnte (vgl. auch Bellwinkel/Kirschner: Evaluation von Projekten zur Gesundheitsförderung von Arbeitslosen, Bremerhaven 2011).

Bausteine:

Die Grundidee von JobFit besteht darin, Gesundheitsförderung dort anzubieten, wo die Vertreter der Zielgruppe in einem Qualifizierungs- oder Beschäftigungsverhältnis stehen. Dazu werden die Maßnahmen der Transfergesellschaft bzw. Arbeitsverwaltung um die beiden folgenden Module ergänzt:

  • Durch individuelle Gesundheitskompetenzberatung beim Maßnahmenträger zu Beginn der Maßnahme werden die Teilnehmer für ihre Gesundheit interessiert und zur Teilnahme an einem Präventionskurs der Krankenkassen und weiteren Gesundheitsaktivitäten motiviert.
  • In einem speziell für Arbeitslose konzipierten Präventionskurs zur multimodalen Stressbewältigung lernen die Teilnehmer den gesundheitsgerechten Umgang mit den hohen psychischen Belastungen infolge der Arbeitslosigkeit.
  • Der Teilnehmer erhält beide Module von zuvor geschulten Mitarbeitern des Maßnahmeträgers aus einer Hand und an einem Ort. Das ist zweifellos das zentrale Erfolgsrezept des JobFit-Ansatzes. Unterstützt wird dieser Erfolg auch durch die freie Trägerstruktur dieser Settings, die keinen Leistungsbezug zu verantworten haben, wie Krankenkassen oder Arbeitsagenturen, und insofern weniger angstbehaftet sind.
  • Die Krankenkassen finanzieren den Präventionskurs nach § 20 SGB V. Sie haben dafür ihre Abrechnungspraxis für Bezieher niedriger Einkommen überarbeitet: Diese müssen nicht mehr finanziell in Vorlage treten, stattdessen rechnet der Kursanbieter direkt mit der jeweils versichernden Krankenkasse die Kurskosten ab.
  • Die individuelle Gesundheitskompetenzberatung wird vom SGB II/III-Träger bzw. der Transfergesellschaft finanziert. Die Finanzierung erfolgt durch SGB II-/III-Träger im Rahmen der berufl. Wiedereingliederung nach § 46 SGB III und § 16 SGB II i.V.m. § 46 SGB III sowie im Rahmen der „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“.

Damit ist im Rahmen von JobFit erstmals die Verzahnung von Arbeitsmarkt- und Gesundheitsförderung innerhalb der vorhandenen Regelstrukturen gelungen.

Bisherige Partner:

Alle gesetzlichen Krankenkassen, Ministerium Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, IPG Universität Duisburg-Essen, G.I.B. NRW, mehrere BKK Landesverbände, mehrere ARGEn

Materialien:

PDF Gesundheitsförderung für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte (236 KB)
PDF Die FIT Beratung. Motivierende Gesundheitsgespräche für Arbeitslose Praxishilfe, DIN A4, 52 S. (1,2 MB)
PDF „Und keiner kann’s glauben. Stressfaktor Arbeitslosigkeit“, Trainermanual, DIN A4, 106 S. (1,6 MB) - Leseprobe Seite 1 - 5
PDF „JobFit-Leitfaden. Verknüpfung von Gesundheits- und Arbeitsmarktförderung",
Ratgeber, DIN A5, 44 S. (567 KB)
PDF "Qualitätsstandards in der Gesundheitsberatung Arbeitsloser", Praxishilfe
PDF Muster Rahmenvertrag (227 KB)

Weitere Informationen:

 www.gib.nrw.de

Projektbearbeitung:  Monique Faryn-Wewel

Projektleitung:  Michael Bellwinkel

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