Langzeitarbeitslose Menschen im Bezug von AlG II mit der Grundproblematik einer psychischen und / oder Suchterkrankung und daraus entstandenen Multiproblemlagen (wie z.B. soziale Isolation, drohende oder bereits eingetretene Obdachlosigkeit, Vorstrafen etc.)
Integrationskette für psychische kranke und/oder suchtkranke Menschen, bestehend aus den Projekten
Menschen mit der Problematik unserer Zielgruppe benötigen mehr als nur ein Projekt zur beruflichen und sozialen Reintegration. Notwendig ist eine Integrationskette, die aus mehreren, aufeinander aufbauenden und sich ergänzenden Projekten besteht. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die allgemeine Gesundheit als Basis für Arbeitsfähigkeit und das Wohlbefinden der Teilnehmenden zu stärken.
Die Ziele der Gesundheitsförderung in den beiden Projekten der Integrationskette orientieren sich an den unterschiedlichen Grundzielen der beiden Projekte:
Grundsätzlich wird mit den Teilnehmenden ein umfassendes und positiv ausgerichtetes Gesundheitsverständnis erarbeitet und ein Bezug zwischen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit hergestellt, den die Teilnehmenden durch eigene Erfahrungen nachvollziehen können. Darüber hinaus werden die Teilnehmenden befähigt, für sich geeignete Möglichkeiten der aktiven Gesundheitsförderung und Prävention auch außerhalb des Projektrahmens zu finden und in Anspruch zu nehmen, um eine dauerhafte und nachhaltige Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zu erreichen.
Mit BEAM als Modellprojekt in DevelopmENt konnten wir nachweisen, dass die Teilnehmenden, die unsere Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention regelmäßig wahrgenommen hatten, deutlich besser und langfristiger in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. Darüber hinaus überwanden die meisten durch die Gruppenaktivitäten ihre soziale Isolation.
Grundsätzlich ist die Integrationskette für die Teilnehmenden auf eine Stabilisierung der Teilnehmenden mit dem letztendlichen Ziel der Integration in den Arbeitsmarkt ausgerichtet. Dies kann jedoch nur dann nachhaltig geschehen, wenn die physische und psychische Gesundheit stabil ist und möglichst auch bleibt. Die Gesundheitsangebote sind daher passgenau auf die jeweilige Hauptzielsetzung der Projekte abgestimmt und unterstützen die beruflich-fachlichen Module und damit die Integration in den Arbeitsmarkt.
Aufbauend auf den Erfahrungen aus BEAM als Modellprojekt in DevelopmENt, d.h. dem ursprünglich dargestellten Projekt, wurde mit dem Projekt „GLEISE“ eine Grundstufe vorgeschaltet. Diese ist absolut notwendig, um den i. d. Regel nur gering belastbaren Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, eine Qualifizierung zu absolvieren, wie sie in BEAM + AlfA angestrebt wird. Ziel von GLEISE ist es, zunächst eine Tagesstrukturierung aufzubauen und sukzessive – beginnend bei 3 Stunden / Tag – die Anwesenheit im Projektrahmen zu erhöhen. Dabei liegt der Fokus nicht auf Qualifizierung, sondern
Durch die Teilnahme an den Gesundheitsangeboten und das dadurch deutlich verbesserte Wohlbefinden, werden die Teilnehmenden grundsätzlich motiviert, etwas für sich selbst zu tun, was sich letztendlich auch positiv auf die allgemeine Arbeitsfähigkeit und damit ihre Eingliederbarkeit in den Arbeitsmarkt auswirkt. Damit dienen die Gesundheitsangebote eher einer Modifizierung des Gesundheitsverständnisses und -verhaltens und dem Erkennen und Austesten ihrer eigenen gesundheitlichen Grenzen, aber auch ihrer Chancen.
Im Aufbauprojekt BEAM + AlfA erhält die Gesundheitsförderung noch weitere Aspekte. Alle Angebote werden auf die in diesem Projekt durchgeführte berufliche Qualifizierung ausgerichtet, d.h. es findet beispielsweise gezielter Muskelaufbau zur Unterstützung der körperlichen Anforderungen im Berufsfeld Gartenbau statt. Ergänzend zu den eher körperlichen Gesundheitsförderung wird im Modul Psychoedukation auch die Grunderkrankung thematisiert. Hier geht es vor allem darum, problematisches Gesundheitsverhalten (wie Sucht) zu minimieren, indem Strategien zu einem suchtmittelfreien Leben erarbeitet werden. Psychisch kranke Teilnehmende lernen, Frühwarnzeichen einer Akutphase zu erkennen und adäquat auf diese zu reagieren. So können Akutphasen häufig vermieden oder in ihrer Intensität und Länge abgeschwächt werden, was letztendlich innerhalb eines Arbeitsverhältnisses zu deutlich verkürzten krankheitsbedingten Fehlzeiten führen wird.
Die Teilnehmenden beider Projekte durchlaufen grundsätzlich Module zur gesunden Ernährung, zur Stressbewältigung und zur Bewegung (Muskel-/Konditionsaufbau). Theoretisch untermauert werden diese aktiven Module durch Informationen und Reflektionen zum Gesundheitsverhalten und zur Verhaltensmodifikation. Darüber hinaus steht in GLEISE das Modul Selbstmanagement/Alltagsbewältigung, in BEAM + AlfA dagegen die Psycho-Edukation (ein Angebot zur Förderung psychischer Gesundheit) im Vordergrund.
Integrationskette zur Stabilisierung und beruflichen Reintegration psychisch kranker und / oder suchtkranker Menschen in den Projekten GLEISE und BEAM + AlfA
Projekt der Theresia Albers gGmbH / Haus Theresia in Hattingen
Projektleitung und –entwicklung: Ulrike Kopf
Die Integrationskette wird finanziert aus Mitteln der JobAgentur EN nach dem SGB II; Eine finanzielle Bezuschussung durch Mittel des ESF ist für BEAM + AlfA II beantragt.
BEAM I: Erarbeitet wurden je ein (auf andere Kontexte übertragbarer) Theorie- und Praxisband zur Dokumentation des Verlaufs und der Inhalte
Projektleitung:
Michael Bellwinkel
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